Article: 6586 of de.rec.fahrrad Path: rztsun!Germany.EU.net!netmbx.de!zib-berlin.de!uni-paderborn.de!urmel.informatik.rwth-aachen.de!news.rhrz.uni-bonn.de!mpifr-bonn.mpg.de!specklec.mpifr-bonn.mpg.de!specklec.mpifr-bonn.mpg.de!not-for-mail From: spz@specklec.mpifr-bonn.mpg.de (S.P.Zeidler) Newsgroups: de.rec.fahrrad,de.answers,news.answers Subject: de.rec.fahrrad FAQ part 1 Summary: German language bicycle FAQ: Haeufig gestellte Fragen und Antworten zu Raedern und Radfahren. Technisches Teil 1 (A1-A3) Message-ID: Date: 11 Mar 94 12:23:45 GMT Expires: 24 Apr 1994 12:23:35 GMT References: Reply-To: spz@serpens.rhein.de Followup-To: de.rec.fahrrad Organization: MPIfR Bonn, Abteilung fuer optische Interferometrie Lines: 710 Approved: news-answers-request@MIT.Edu Supersedes: Xref: rztsun de.rec.fahrrad:6586 news.answers:2750 NNTP-Posting-Host: specklec.mpifr-bonn.mpg.de Version: 0.08 Last-modified: 1994/02/13 Archive-name: de-rec-fahrrad-faq/part1 ====================================================================== Technisches ====================================================================== A1) Wie pflege ich die Kette? A1.1) Wie bekomme ich eine Endloskette auf? Mit einem Nietendruecker. Die Niete nicht ganz herausdruecken, das wieder-reinfummeln ist langwierig. Es gibt Nietendruecker mit einem Anschlag, der das zu-weit-herausdruecken verhindert. Bei anderen Nietendrueckern kann man den Stift im Nietendruecker auf entsprechende Laenge abfeilen; normalerweise braucht man 6 ganze Umdrehungen. Sehr gut ist der Schimano-Druecker, da er (fuer HG-Ketten sowieso erforderlich) zwei "Nasen" hat. Wenn das innen- liegende Kettenglied noch ein bisschen hakt, bekommt man die Kette auch anschliessend wieder leicht zusammen. Bei schmalen Shimano-Ketten (mit Bezeichnung *NARROW* z.B. CN-HG90) muss der Stift ganz herausgedrueckt werden. Dazu ist nicht unbedingt ein 30.- DM original Shimano Teil verwendet werden, von TACX gibt es fuer ca. 15.- einen HG-Kettennietdruecker (meiner Meinung nach wesentlich besser als das Shimao-Teil). Zum Schliessen der Kette wird ein spezieller, "ampullenfoermiger Stift" verwendet (beim Kauf der Kette i.a. 2 Stck. enthalten, aber auch ohne Kette im 3er Pack erhaeltlich (5.50 DM bei ROSE)). Der "ampullenfoermige Stift" hat ein verdicktes Ende und darf deshalb in keinem Fall wieder entfernt werden, da die Kette dadurch beschaedigt wird. Dabei ist es sinnvoll, den Niet zunaechst mit einer grossen Kombizange oder einer kleiner Rohr- oder Gripzange wieder bis zur Aussenlasche durch- zudruecken und nur das Eindruecken in letztere mit dem Nietendruecker zu erledigen. Sonst besteht die Gefahr, die Kette zu beschaedigen, wenn der Nietendruecker abrutscht oder nicht ganz zentriert drueckt. Nach dem Schliessen die Kette etwas bewegen, die Kette ist an der Ver- schlussstelle erst mal etwas schwergaengig. Dieses Problem kann in den meisten Faellen durch Biegen mit sanfter Gewalt in 90-Grad-Richtung zu ihrer normalen Biegerichtung (d.h. zu den beiden Aussenlaschen hin) behoben werden; nicht zu fest, sondern lieber mehrmals leicht, bis die Schwergaengigkeit behoben ist. Oder mit einem Schraubenzieher die Innenlaschen durch drehen *etwas* auseinanderdruecken. Es gibt fuer Spezialketten auch Spezialnietendruecker; normale kosten ab ca. 5 DM aufwaerts. Man bekommt so in etwa, wofuer man bezahlt. Man sollte sich vor bisweilen angebotenen Nietendrueckern aus Aluminium hueten - deren Gewinde fressen oft schon beim ersten Gebrauch. Aber auch bei einem Nietendruecker aus Stahl sollte man das Gewinde vor dem Gebrauch leicht einfetten, z.B. mit einem Hauch MoS2-Paste. Dann frisst es nicht, und man kann es viel feinfuehliger betaetigen. Es erleichtert die Arbeit, wenn man die Kette mit einem Draht oder einer Schnur so zusammenbindet, dass sie an der Stelle, wo man sie oeffnen will, eine Schlaufe bildet. A1.2) Wie reinige und schmiere ich sie? Vorbeugende Pflege der Kette erleichtert das Fahren und verhindert fruehzeitigen Verschleisz der Kette. Eine einmal verrostete Kette ist fast schon hin. (Nabenschaltungs-)Ketten kosten wenig, so dass staendige Wiederbelebung kaputter Ketten durch viel ungeeignetes Oel Unfug ist. Das wichtigste beim Reinigen der Kette ist, dass der Schmutz nachher weg ist, das Kettenfett aber nicht. Daher zunaechst immer mechanisch mit dem Oellappen vom vorigen Mal reinigen. Evtl. auch *WENIG* Oel, Petroleum oder Benzin nehmen. Eine alte Zahnbuerste oder ein alter Pinsel helfen auch. Wenn die Kette zu rostig oder durch falsche Schmiermittel verharzt ist, besorgt man sich besser eine neue. Manche Leute sind gegen chemische Reinigung der Kette und schwoeren statt dessen auf buersten mit der Drahtbuerste, u.a. weil Loesungsmittel stark entfetten. Es gibt auch Kettenbuerstautomaten: Tip von Christian Rakob (c.rakob@cl-hh.comlink.de): Ich hab ein Preiswertes von Bruegelmann 20 DM und das funktioniert mit der Reinigungsfluessigkeit Frisol ca 15 DM (soll angeblich nicht entfettend sein) sehr gut. Nachher muss die Kette aber gut abgewischt werden und gefettet werden. Schmieren der Kette ist ein nahezu religioeses Thema. Verwendet werden Oel, Kettenfliessfett, Graphitspray und Motorradoel und -Fett gemischt. Laesst man sich vom Fahrradhaendler etwas empfehlen, hat man die Chance sich zu beschweren, falls es nicht taugt. Livio und Auto-Motorfett eignen sich definitiv NICHT. ;-) Das Schmiermittel muss in die Kettengelenke, dort schmiert es und verhindert, dass Wasser eindringt und die Kettenachsen durch Rosten staerker verschleissen. Aussen schadet es nur, weil es Dreck anzieht und festhaelt, und sollte daher abgewischt werden (mit dem Lappen fuers naechste Mal). Man sollte so sparsam wie moeglich schmieren. Manches Kettenfliessfett muss vor oder nach dem Auftragen erwaermt werden, damit es in die Gelenke eindringen kann. Vor dem Auftragen erwaermt man es im Wasserbad, nach dem Auftragen am besten mit einem Foehn, dann laesst sich schoen beobachten, wie es in die Gelenke fliesst. Christian Rakob (c.rakob@cl-hh.comlink.de) empfiehlt: Ich benutze seit langem Kettenoel fuer Motorraeder (zB. Liqui Moly) beim aufspruehen (FCKW-frei) ist es duennfluessig wie Kriechoel und man kann die Kette durch ein Tuch laufen lassen und so das ueberfluessige Oel abwischen und vor allem ist das auch eine gute Zwischendurch-Reinigung, da alte Oelreste geloest werden. A1.3) Wie oft sollte sie gewechselt werden? Kettenschaltungs-Ketten werden entweder einzeln, oder wenn Ritzelsatz oder vorderes Kettenblatt verschlissen sind zusammen mit diesem gewechselt. Ketten laengen sich durch Abrieb und Schmutz in den Gelenken mit der Zeit, so dass sie nicht mehr mit dem Abstand der Ritzelzaehne uebereinstimmen, was zu erhoehtem Verschleiss von Kettenblatt und Ritzeln fuehrt (Haifischzaehne). Eine Regel besagt, dass sie ausgewechselt werden muss, wenn sie sich ueber die ganze Laenge um mehr als ein halbes Glied gelaengt hat. Es gibt auch preiswerte Messschablonen, die durch ihr Eintauchen in die Kette etwa ueber die Laengung aussagen (ca. 10 DM?). Ein andere Regel sagt, dass man da nicht zwischen Kette und Kettenblatt durchschauen koennen darf, wo die Kette das Kettenblatt verlaesst. Faustregel von frueher: wenn man die Kette am Kettenblatt vorne fast abheben kann, obwohl sie oben und unten auf den Zaehnen liegt, ist es Zeit sie zu wechseln; das stimmt fuer "moderne" Ketten, Ritzel und Blaetter wohl nicht mehr. Achtung, neue Ketten sind fast immer zu lang und muessen gekuerzt werden. Lebensdauern von 1.000 bis 15.000 km werden berichtet. Nach dem Auswechseln muessen sich Kette und Ritzel erst "einschleifen", sie laeuft deshalb am Anfang etwas rauer. Nabenschaltungsketten leben deutlich laenger als Kettenschaltungsketten, insbesondere dann, wenn sie in einem geschlossenen Kettenkasten arbeiten, wo sie vor Dreck und Naesse geschuetzt sind. Ansonsten ist auch hier meistens gleichzeitiger Austausch von Kette und Ritzel angesagt. Lebensdauer bei guter Pflege von 4.000 bis ??.??? km. Eine ungepflegte, verschlissene, falsch vernietete oder beschaedigte Kette kann reissen, bevorzugt unter starkem Zug. Ein gefaehrlicher Unfall kann die Folge sein. ---------------------------------------------------------------------- A2) Licht Lichttechnische Anlagen an Fahrraedern werden in Paragraph 67 StVZO geregelt. Es duerfen nur zugelassene und bauartlich gepruefte Teile (erkennbar an der Wellenlinie) verwendet werden. Vorgeschrieben sind: nach vorne wirkend ein Scheinwerfer und ein separater weisser Reflekor; nach hinten wirkend ein Ruecklicht, ein roter Reflektor (meist kombiniert), und ein grosser separater roter Reflektor; gelbe Re- flektoren an den Pedalen und mindestens je zwei seitlich wirkende Reflek- toren in gelb pro Laufrad, oder weisse retroreflektierende ringfoermige Streifen an den Reifen. Ein rotes Schlusslicht fuer den Standbetrieb darf zusaetzlich angebracht werden, es muss unabhaengig von den anderen Beleuchtungseinrichtungen einschaltbar sein (weiss jemand, was sich der Gesetzgeber bei dieser Einschraenkung gedacht haben koennte?). Der kleine Reflektor hinten darf nicht hoeher als 60cm uber dem Boden angebracht werden. Der Grossflaechenrueckstrahler darf beliebig ange- bracht werden, meist sitzt er am Gepaecktraeger. Das Ruecklicht muss hoeher als 25 cm ueber dem Boden angebracht sein. Es ist zulaessig das Ruecklicht im grossen Reflektor zu haben (z.B. Busch & Mueller Toplight). Alte Ruecklichter ohne guten Spiegel und mit geringer Leuchtstaerke sind nicht mehr zugelassen und sollten auch ausgetauscht werden, weil ihre Wirkung wirklich nahezu Null ist - bei gleichem Aufwand! Leuchtreifen und Weisswandreifen sind wegen der weissen Farbe oekologisch bedenklich (Titandioxid), wobei aber erstere gegenueber Speichenreflektoren technische Vorzuege haben, waehrend Weisswandreifen reine Kosmetik sind. Bei Speichenreflektoren sind die mit einer Zentralschraube befestigten am vertrauenerweckendsten oder die, deren Befestigung aus einem anderem Kunststoff als das Reflektorteil besteht, weicherer, meist schwarzer Kunststoff (wenn man nicht die Rennrad-Staebchen oder Flecht-Baender ohne Zulassung(!) verwendet). Es ist empfehlenswert, ein Ruecklicht zu verwenden, in dessen Gehaeuse ein oder besser zwei Ersatzbirnchen in eine Halterung geklemmt mitgefuehrt werden. So hat man sie im Notfall immer parat. Manchmal ist dort auch noch Platz fuer ein kurzes, aufgewickeltes Stueck isolierten Kupferdrahtes (Schaltdraht). Damit kann man ein ab- oder durchgerissenes Kabel auf die Schnelle flicken. Wenn das Vorderlicht durchbrennt, ist (bei Dynamo-Betrieb) nach kurzer Zeit auch das Ruecklicht wegen der zu hohen Spannung durchgebrannt. Dasselbe triff zu, wenn das Vorderlicht einen Wackelkontakt hat. Regelmaessiges Durchbrennen des Ruecklichtes hat oft seine Ursache in einem umbemerkten Wackelkontakt des Frontscheinwerfers, auch in starken Vibrationen eines wackeligen Schutzblechs. Es nutzt nichts, bei defektem Vorderlicht nur das Ruecklichtbirnchen alleine auszutauschen - das brennt dann auch schnell wieder durch. Notfalls kann man durchaus auch ein Ruecklichtbirnchen in den Frontscheinwerfer tun, dies erhoeht jedenfalls die Chance, dass bei langsamer Fahrt nichts durchbrennt, ein wenig. Leider gehoeren Drahtbuegel zum Schutz des Ruecklichtes nicht zur Standardausstattung und sind bisweilen schwer erhaeltlich. Weniger exponiert und deswegen auch ohne Buegel gut geschuetzt sind Ruecklichter, die am Gepaecktraeger montiert werden. Bei der Montage des Ruecklichtes sollte man darauf achten, dass es nach hinten und nicht z.B. nach oben leuchtet - Ruecklichter moderner Bauart haben staerker gerichtetes Licht und sind deswegen in dieser Hinsicht empfindlich. Problematisch wird es immer dann, wenn man das Ruecklicht an ein ersetztes, evtl. nicht ganz passendes Schutzblech montiert. A2.1) @ 67 StVO Lichttechnische Einrichtungen an Fahrraedern von Wolfgang Strobl (1) Fahrr"ader m"ussen f"ur den Betrieb des Scheinwerfers und der Schlu"sleuchte mit einer Lichtmaschine ausger"ustet sein, deren Nennleistung minde- stens 3 W und deren Nennspannung 6 V betr"agt (Fahrbeleuchtung). F"ur den Betrieb von Scheinwerfer und Schlu"sleuchte darf zus"atzlich eine Batterie mit einer Nennspannung von 6 V verwendet werden (Batterie-Dauerbeleuchtung). Die beiden Betriebsarten d"urfen sich ge- genseitig nicht beeinflussen. (2) An Fahrr"adern d"urfen nur die vorgeschriebenen und die f"ur zu- l"assig erkl"arten lichttechnischen Einrichtungen angebracht sein. Als lichttechnische Einrichtungen gelten auch Leuchtstoffe und r"uckstrah- lende Mittel. Die lichttechnischen Einrichtungen m"ussen vorschrifts- m"a"sig und fest angebracht sowie st"andig betriebsfertig sein. Lichttech- nische Einrichtungen d"urfen nicht verdeckt sein. (3) Fahrr"ader m"ussen mit einem nach vorn wirkenden Scheinwerfer f"ur wei"ses Licht ausger"ustet sein. Der Lichtkegel mu"s mindestens so geneigt sein, da"s seine Mitte in 5 m Entfernung vor dem Scheinwerfer nur halb so hoch liegt wie bei seinem Austritt aus dem Scheinwerfer. Der Scheinwerfer mu"s am Fahrrad so angebracht sein, da"s er sich nicht unbeabsichtigt verstellen kann. Fahrr"ader m"ussen mit minde- stens einem nach vorn wirkenden wei"sen R"uckstrahler ausger"ustet sein. (4) Fahrr"ader m"ussen an der R"uckseite mit 1. einer Schlu"sleuchte f"ur rotes Licht, deren niedrigster Punkt der leuchtenden Fl"ache sich nicht weniger als 250mm "uber der Fahr- bahn befindet, 2. mindestens einem roten R"uckstrahler, dessen h"ochster Punkt der leuchtenden Fl"ache sich nicht h"oher als 600 mm "uber der Fahrbahn befindet, und 3. einem mit dem Buchstaben "Z" gekennzeichneten roten Gro"sfl"a- chen-R"uckstrahler ausger"ustet sein. Die Schlu"sleuchte sowie einer der R"uckstrahler d"ur- fen in einem Ger"at vereinigt sein. Beiwagen von Fahrr"adern m"ussen mit einem R"uckstrahler entsprechend Nummer 2 ausger"ustet sein. (5) Fahrr"ader d"urfen an der R"uckseite mit einer zus"atzlichen, auch im Stand wirkenden Schlu"sleuchte f"ur rotes Licht ausger"ustet sein. Diese Schlu"sleuchte mu"s unabh"angig von den "ubrigen Beleuchtungs- einrichtungen einschaltbar sein. (6) Fahrradpedale m"ussen mit nach vorn und nach hinten wirkenden gelben R"uckstrahlern ausger"ustet sein; nach der Seite wirkende gelbe R"uckstrahler an den Pedalen sind zul"assig. (7) Die L"angsseiten m"ussen nach jeder Seite mit 1. mindestens zwei um 180' versetzt angebrachten, nach der Seite wir- kenden gelben Speichenr"uckstrahlem an den Speichen des Vorder- rades und des Hinterrades oder 2. ringf"ormig zusammenh"angenden retroreflektierenden wei"sen Strei- fen an den Reifen des Vorderrades und des Hinterrades kenntlich gemacht sein. Zus"atzlich zu der Mindestausr"ustung mit einer der Absicherungsarten d"urfen Sicherungsmittel aus der anderen Absi- cherungsart angebracht sein. Werden mehr als zwei Speichenr"uck- strahler an einem Rad angebracht, so sind sie am Radumfang gleich- m"a"sig zu verteilen. (8) Zus"atzliche nach der Seite wirkende gelbe r"uckstrahlende Mittel sind zul"assig. (9) Der Scheinwerfer und die Schlu"sleuchte nach Absatz 4 d"urfen nur zusammen einschaltbar sein. Eine Schaltung, die selbstt"atig bei geringer Geschwindigkeit von Lichtmaschinenbetrieb auf Batteriebe- trieb umschaltet (Standbeleuchtung), ist zul"assig; in diesem Fall darf auch die Schlu"sleuchte allein leuchten. (10) In den Scheinwerfern und Leuchten d"urfen nur die nach ihrer Bauart daf"ur bestimmten Gl"uhlampen verwendet werden. (11) F"ur Rennr"ader, deren Gewicht nicht mehr als 11 kg betr"agt, gilt abweichend folgendes: 1. f"ur den Betrieb von Scheinwerfer und Schlu"sleuchte brauchen an- stelle der Lichtmaschine nur eine oder mehrere Batterien entspre- chend Absatz 1 Satz 2 mitgef"uhrt zu werden; 2. der Scheinwerfer und die vorgeschriebene Schlu"sleuchte brauchen nicht fest am Fahrrad angebracht zu sein; sie sind jedoch mitzuf"uh- ren und unter den in @ 17 Abs. 1 Stra"senverkehrs-Ordnung be- schriebenen Verh"altnissen vorschriftsm"a"sig am Fahrrad anzubrin- gen und zu benutzen; 3. Scheinwerfer und Schlu"sleuchte brauchen nicht zusammen ein- schaltbar zu sein; 4. anstelle des Scheinwerfers nach Absatz 1 darf auch ein Scheinwerfer mit niedrigerer Nennspannung als 6 V und anstelle der Schlu"sleuch- te nach Absatz 4 Nr. 1 darf auch eine Schlu"sleuchte nach Absatz 5 mitgef"uhrt werden. (12) Rennr"ader sind f"ur die Dauer der Teilnahme an Rennen von den Vorschriften der Abs"atze 1 bis 11 befreit. Die StVZO ist z.B. erhaeltlich in den Beck'schen Textausgaben, "Strassenverkehrs-Zulassungs-Ordnung mit Ausnahmeverordungen und weiteren Bestimmungen zur StVZO", Verlag C.H. Beck, ISBN 3 406 35728 8 A2.2) Dynamos Es gibt drei Hauptsorten Dynamos, die ueblichen seitlich am Reifen laufenden "Flankendynamos"; Walzendynamos, die von der Laufflaeche des Hinterrads angetrieben werden; und Nabendynamos. Den hoechsten Wirkungsgrad haben Walzendynamos, sie vertragen aber Schmirgel-Strecken ausgesprochen schlecht; Nabendynamos vertragen jedes Wetter, sind aber relativ teuer. Als Seiten-Dynamo hat der von Nordlicht einen guten Ruf; Walzendynamos gibt es von Soubitez, Sanyo (je ca. 40 DM) und Union (ca. 60 DM). Walzendynamos rutschen u.U. bei Naesse oder Schnee; dem kann man mit Skateboard-Antirutschfolie abhelfen. Wenn sie festsitzen (nach laengerem Stehen oder bei Kaelte), kann man sie mit rueckwaertsschieben oder von-Hand-andrehen wieder zum Arbeiten ueberreden. Bei Verwendung eines Union-Walzendynamos unbedingt auch dessen Fern- bedienung dazukaufen. Der Betaetigungshebel am Dynamo selbst haelt nicht lange. Der Fernbedienungsplastikfummel kann bei Defekt durch einen einfachen metallenen Kettenschaltungshebel ersetzt werden. Fuer Front- gepaecktraeger gibt es Zusatzteile, so dasz ein Walzendynamo auch ueber dem Vorderrad befestigt werden kann. Dort verschmutzt er weniger und haelt laenger. Walzendynamos verschleissen an schmalen Hochdruckreifen (z.B 23-622) viel schneller als an normalbreiten Reifen. Darueberhinaus gibt es auch Speichendynamos, z.B. den FER 2001. Vorteil: Montage ausserhalb des "Dreckbereichs". Ziemlich witterungsunempfindlich und gibt schon bei niedrigen Fahrgeschwindigkeiten ausreichend Spannung ab. Nachteil: Hinderlich bei der Demontage des Vorderrades. A2.2.1) Montage von Flankendynamos Bei Flankendynamos ist die richtige Montage wichtig, damit der Dynamo leicht laeuft und nicht so leicht durchruscht. Die Drehachse des Dynamos muss ziemlich genau auf die Achse des Fahrradrades ausgerichtet sein, das den Dynamo antreibt. Der Dynamo muss da am Reifen aufliegen, wo dieser i.d.R. geriffelt ist, und da moeglichst tangential (flach am Reifen). Die Andruckfeder muss stark genug sein, der Dynamo sich zum Reifen hin und vom Reifen weg leicht bewegen lassen. Hat das Rad einen Seitenschlag, wird die Andruckfeder foermlich weichgeknetet, so dass der Dynamo dann bald durchruscht. Bei einigen Dynamos laesst sich die Antriebsrolle austau- schen (ca. 2,50 DM); man kann auch Gummihuetchen ueberziehen (ca. 1 DM). A2.3) Ueberspannungsschutz Zwei sich gegenseitig sperrende Zenerdioden, parallel zum Birnchen geschaltet, mit einem Durchschaltwert von 6V. +--(X)--+ Laempchen | | +-|>-<|-+ Z-Dioden | |__ |__________ zu Dynamo & Ruecklicht Halogenscheinwerfer sind i.A. schon damit ausgeruestet. Gegebenenfalls sollte man sich lieber einen Akku besorgen, der elektronisch gesteuert bei reichlich vorhandenem Spannungs/Stromangebot laedt. Anmerkung von Ingolf Koch (iikoch@techfak.uni-bielefeld.de): Da der Dynamo Wechselstrom liefert, muss die Spannung lediglich auf ca. 6Veff begrenzt werden, d.h. die Zenerdioden sollten die Spitzenspannung auf etwa 6V * sqrt(2) = 8.485V begrenzen. Ich habe bei mir Z-Dioden mit 7.5V drin und fahre recht gut damit (Licht ist recht hell, brennt aber (fast) nicht mehr durch --- 'n bisschen Schwund ist immer...). Wahrscheinlich geht's auch noch mit mehr als 7.5V gut. A2.4) Akku-Licht Eine nuetzliche Sicherheitseinrichtung. Brauchbare Anlagen gibt es ab so 20 DM. Faustformel: Fahrradbeleuchtung verbraucht bei 6 Volt 2,4 Watt vorn und 0,6 Watt hinten. Es fliesst ein Strom von 0,5 Ampere, also 500 mA. Pro Stunde werden also 500 mAh verbraucht. Ein Akkupack mit 500 mAh gibt die angegebene Leistung aber nur unter optimalen Umstaenden ab; nicht bei Kaelte, nicht als Dauerlast ohne Unterbrechung, ... - Union Standlicht-Akku 8510 electronic (ca. 110 DM) Fuenf NiCad-Mignonzellen-Pack im Kunststoffgehaeuse, zur Montage wahlweise am Sattelrohr oder (mit anderem Deckel) als Ersatz fuer den vorderen Scheinwerferhalter zur Montage am Lenkerrohr. Anschluesse fuer Lampen und Dynamo. Schaltet bei Spannung vom Dynamo ein und auf Standby; uebernimmt bei Spannungsabfall (Langsamfahrt oder Stehenbleiben) die Stromversorgung der angeschlossenen Lampen und schaltet wieder auf Standby, wenn der Dymamo wieder genug liefert. Abschalten durch einen Tipptaster am Akku. Vorteil: recht gelungene Ein- und Ausschaltautomatik, so dass das Licht nur im Stand aus dem Akku betrieben wird. Tiefentladeschutz. Nachteil: recht geringe Kapazitaet (500 mAh), Ladegeraet muss extra ge- kauft werden, wenn man nicht schon eins hat; das Laden dauert recht lange (15h). Das Geraet *muss* klausicher montiert werden, wenn man das Akkuteil nicht immer mit sich herumschleppen will. Die Qualitaet der verwendeten Teile gilt nicht als robust. Das Geraet ist hauptsaechlich als Standlicht gedacht. Als Fahrlicht ist es nur fuer kurze Zeiten zu gebrauchen, leistet dann aber gute Dienste, etwa wenn im Winter der Dynamo gelegentlich durchrutscht (maximal 60 Min). Die Sattelrohrvariante laesst sich auch klausicher montieren, indem man die Schrauben in dem zum Laden abnehmbaren Teil herausnimmt. Man bohrt passend (:-) zwei Loecher in die Haltplatte, setzt das abnehmbare Akku- teil wieder auf und schraubt es jetzt mit etwas laengeren Schrauben ein- fach durch die Halteplatte fest. Zum Laden braucht man dann natuerlich eine Steckdose in der Naehe des Fahrradparkplatzes. - Friwo accu bike light (ca. 110 DM) 1,3 Ah Bleigel-Akku im Plastikgehaeuse. Oben zwei Leuchtdioden gruen und rot, vorne drei Kontakte fuer Halterung am Rad bzw. am Ladegeraet (wie die Halterungen von Radcomputern, nur um 90 Grad nach hinten gekippt und massiver). Verdeckte, gekennzeichnete Schraubanschluesse fuer 2xLicht, Dynamo und Masse in der Halterung, die am Lenkervorbau befestigt wird. Der Akku wird auf die Halterung von oben aufgeschoben und kann in zwei Positionen (an und aus) mit einem massiven Riegel (kann auch mit Hand- schuhen betaetigt werden) verriegelt werden. Bei ausgeschaltetem Akku schaltet ein Reedrelais in der Halterung den Dynamo auf die Lampen durch, sonst den Akku. Die gruene LED zeigt an, dass der Akku in Betrieb ist, die rote, dass noch fuer 10 Minuten Strom vorhanden ist. Bei nicht zu grosser Kaelte reicht eine Ladung fuer zwei Stunden Betrieb. Separate Ladestation mit Steckernetzteil und zweiter Halterung zum Anduebeln an die Wand. Laden dauert ca. 7 Stunden und kann mit einer Leuchtdiode im Ladegeraet kontrolliert werden. Der Akku darf aber auch dauernd auf der Ladestation stecken. Ca. 350 g schwer. Vorteil: solides und gut ausgedachtes Geraet, das auch rauhe Behandlung vertraegt; kann beim Parken des Rades mit einem Handgriff abge- macht und mitgenommen werden. Wasserdicht. Das Aufladen ist sehr bequem. Nachteil: Bleiakkus verlieren bei Kaelte (d.h deutlich kaelter als 0 Grad) erheblich an Kapazitaet, mehr als Nickel-Cadmium-Akkus. Das Ge- raet hat keine Automatik, nur das Relais in der Halterung. Nicht klausicher zu befestigen, muss deswegen beim Parken immer mit- geschleppt werden. Das Geraet ist eher als Fahr- und zusaetzlich als Standlicht ausgelegt, man nimmt es morgens von der Ladestation, steckt es auf's Rad, schaltet es bei Dunkelheit ein und steckt es abends wieder auf die Ladestation. - Esge Electronic Accu (ca. 180 DM) 5x1,2V Nickel-Cadmium-Pack (Spezialgroesse, wie im Modellbau benutzt) im Plastikgehaeuse (zwei Typen, zur Montage an der Pletscherplatte oder zur Montage am Lenkervorbau), abgedeckter Schalter vorne, Leuchtdiode links, Anschluesse mit Spezialsteckern, wie sie z.B. in Blitzgeraeten verwendet werden an der Unterseite bzw. Seite. Kapazitaet 1,4 Ah. Leuchtdauer drei Stunden nach Angaben des Herstellers, tatsaechlich knapp zwei Stun- den. Aufladen in 15 Stunden per Steckernetzteil. Neuere Geraete sollen ein schnelleres Ladegeraet (5h) haben (Quelle: Radfahren). Damit besteht dann aber Ueberladegefahr. Abschaltautomatik: erst faengt die Leuchtdiode an zu blinken, dann schaltet das Geraet ab. Vorteil: recht hohe Kapazitaet und etwas geringeres Gewicht als der Friwo-Akku. Geraet kann halbwegs diebstahlsicher montiert werden. Tiefentladeschutz. Nachteil: Laden ist umstaendlich: man braucht direkt neben dem Rad eine Steckdose. Bei Montage an der Pletscherplatte ist die Leuchtdi- ode funktionslos, da man am Hintern keine Augen hat. Allerdings ist sie ohnehin nicht besonders nuetzlich, da die Vorwarnzeit je nach Geraet zwischen Sekunden und einer Stunde schwanken kann. Das Geraet hat keine stand-by-Automatik. Durch die Abschaltauto- matik und die fehlende Funktionskontrolle kann man abrupt ohne Licht fahren, was man je nach den Beleuchtungsverhaeltnissen nicht einmal merkt; ein ernsthafter Sicherheitsmangel. - VistaLite (ca. 40 DM) In Form eines etwas dick geratenen roten Heckrueckstrahlers gehaltene Leuchte, die mit zwei Mignonzellen betrieben wird und als Lichtquelle drei rotleuchtende LEDs benutzt. Es gibt auch eine Ausfuehrung mit gelb/gruen leuchtenden LEDs fuer vorne. Das Geraet enthaelt eine Schaltung, die das Licht pulst, jedoch mit einer so hohen Frequenz, dass es bei direkter Betrachtung nicht erkennbar flackert. Eine Variante des Geraetes flackert mit wenigen Hz, ziemlich nervtoetend. Durch Austausch eines Kondensators kann die eine Variante in die andere umgebaut werden. Eingeschaltet wird das Geraet durch einen wasserdichten Tipptaster an der Rueckseite. Montage mit einer Spezialhalterung (verschiedene Typen) z.B. an der Klemmschraube des Sattels. Diese Halterung (und praezise Montage) ist notwendig, da der Abstrahlwinkel nur ungefaehr 8 Grad betraegt. Deshalb: montieren und dann bei Dunkelheit an einer weissen Wand durch Vor- und Zurueckschieben des Rades so justieren, dass der Lichtfleck seine Hoehe nicht aendert, evtl. ganz leicht nach oben neigen. An die Halterung wird dann das VistaLite mit einer Raendelschraube von Hand festgeschraubt und kann so beim Parken mit zwei Handgriffen auch wieder leicht entfernt und mitgenommen werden. Die Stromaufnahme ist 20-40 mA, so dass ein Satz Mignonzellen ein paar Tage (NiCad-Zellen einen halben Tag) Dauerbetrieb gewaehrleisten. Die Herstellerangabe (300-500 Stunden) ist voellig uebertrieben. Vorteil: Als Zusatz- oder Notbeleuchtung fuer die Landstrasse sehr gut geeignet, ebenso als Positionsleuchte an Kinderraedchen, die noch keine eigene Beleuchtung haben. Die leichte, kabellose Montierbarkeit ist dabei recht nuetzlich. Auch als reines Standlicht gut geeignet, wenn man nur wenig Fahrten bei Dunkelheit unternimmt, dann aber auf das Standlicht Wert legt. Nachteil: als Dauerbeleuchtung wegen des dann noetigen oefteren Batteriewechsels weniger geeignet. Das VistaLite kann weder einen Heckrueckstrahler ersetzen (dafuer ist die rueck- strahlende Flaeche zu klein), noch ein Ruecklicht (dafuer ist der Abstrahlwinkel viel zu schmal). Es ist nicht als Ruecklicht zugelassen (zu Recht), weil es ueberhaupt nicht zugelassen ist (darueber kann man streiten). - Secutec Fahrrad-Ruecklicht mit vollautomatischer, elektronischer Standlichtfunktion von Busch und Mueller (ca. 40 DM). Normales, zugelassenes Fahrradruecklicht mit in das Gehaeuse eingebauter Standlichtfunktion fuer gut fuenf bis ueber 30 Minuten. Als Energie- speicher dient ein Kondensator und als Lichtquelle eine LED. Wird innerhalb von Minuten vom Dynamo aufgeladen und schaltet sich bei langsamer Fahrt oder Stillstand automatisch ein. Vorteil: erfordert keinerlei zusaetzlichen Aufwand, weder bei der In- stallation noch bei der Bedienung. Der verwendete Energie- speicher arbeitet verschleissfrei. Nachteile: ziemlich teuer, und es ist im Stand nicht so hell wie eine akkubetriebene Anlage. Hersteller: B&M (busch&mueller) Auf dem Bamberg 1 D-5882 Meinerzhagen Tel. (02354) 50 73, Fax (02354) 20 41 - Relite elektronisches LED-Ruecklicht fuer 2 Batterien oder Nickel-Cadmium-Akkus von Busch und Mueller (ca. 25 DM). Das Relite wird zusaetzlich ueber ein Kugelgelenk an einer Strebe, z.B. dem Sattelrohr angebracht. Es bietet rotes Dauerlicht oder Blinklicht durch 2 stromsparende superhelle LEDs. Eine LED ist zur Seite gestreut, die andere fokusiert nach hinten. Das Blinklicht hat eine Frequenz von etwa 5 Hz. Als Leuchtdauer ist fuer einen 2 Alkalibatterien a 1,5 V angegeben: 400h Blinklicht oder 150h Dauerlicht Nickel-Cadmium-Akkus duerften etwas kuerzer leuchten, sind dafuer aber aufladbar. Das Blinklicht faellt wesentlich staerker auf, ist aber laut StVO verboten. Das Relite ersetzt nicht ein vom Dynamo gespeistes Ruecklicht. Es ist abnehmbar und kann durch einen Plastikclip auch an Kleidungsstuecken oder aehnlichem befestigt werden. A2.5) Verkabelung Wenn _ein_ Licht nicht geht und das Birnchen in Ordnung ist, sind es entweder Masseprobleme (die einen zur Verzweiflung treiben koennen) oder ein durchgescheuertes Kabel. Es gibt Qualitaetsunterschiede bei Kabeln, wegen der geringen Kosten sollte man die besseren nehmen. Bei Masse-Problemen hilft ein eigenes Kabel fuer Masse. Anloeten des Kabels an die Fassung ist eine Methode, sich laengere Zeit Ruhe zu verschaffen. Tip von Thomas Driemeyer (thomas@bitrot.in-berlin.de) Vielleicht noch eine Warnung: Wenn das Licht vorne einen Wackelkontakt hat, haut es einem das hintere Birnchen durch. Ich schwoere uebrigens auf Heisskleber, um den Draht am Rahmen zu verlegen. Heisskleber schadet dem Lack nicht. Natuerlich tun's auch Kunststoff-Kabelbinder, von denen sich manche sogar recht leicht wieder demontieren und wiederverwenden lassen. Ein paar mehr als notwendig montiert sind als mitgefuehrtes Ersatzteillager praktisch. ---------------------------------------------------------------------- A3) Bremsen Beim Bremsen findet eine Gewichtsverlagerung aufs Vorderrad statt, die vordere Bremse bremst wesentlich besser als die hintere. Deshalb kann man beim Bremsen auch leicht ueber den Lenker gehen. Das Hinterrad neigt beim Bremsen dazu abzuheben, weshalb es eine schlechte Bremswirkung hat und zum Blockieren neigt. Man bremse also vorzugsweise vorn wegen der Wirkung, ge- woehne sich aber an, sich beim Bremsen nach hinten zu lehnen. A3.1) Felgenbremsen Man mixe nie Stahlfelgen und Felgenbremsen, zumindest nicht als einzige Bremsen; bei Naesse ist alle Bremswirkung dahin. Es gibt Bremskloetze fuer Stahl und fuer Alu; bitte die korrekten nehmen. Es gibt Seitenzug- und Mittelzugbremsen. Bei beiden gibt es Schund und Qualitaet. Seitenzugbremsen koennen sich mit dem Schutzblech beissen (die Hebelarme werden u.U. zu lang). Teflongefuetterte Bowdenzuege sind geradezu billig und machen deutlich einen Unterschied (gute Raeder haben sie sowieso). Cantileverbremsen sind ein Sonderfall der Mittelzugbremse; durch an der Gabel/dem Hinterbau befestigte, die Felge beim Bremsen einklemmende Kloetz-Hebel (automagischer Bremskraftverstaerker) geradezu rabiate Bremswirkung. Deshalb muessen die Gabel und der Hinterbau bei Cantileverbremsen staerker gebaut sein. Etwas Oel von Zeit zu Zeit und oefters eine Kontrolle der Bremszuglaenge (und ob ueberhaupt noch Bremskloetze da sind ;-) foerdern das Funktionieren der Bremsen ungemein. A3.1.1) Wie verhindert man Quietschen? Antwort von Christian Rakob (c.rakob@cl-hh.comlink.de) Das Quietschen kommt daher zustande, das beim Bremsen die Kloetze nach vorn gedrueckt werden und zwar soweit, das sie fast nur noch hinten die Felge beruehren. Schlagartig laesst dann die Haftung nach und der Bremsklotz geht wieder in Ausgangsstellung.Das Ganze spielt sich sehr schnell ab und was man hoert ist eben das sch... Quietschen. Was tun also? 1. Die Bremskloetze so weit wie moeglich an die Canteliverarme ruecken. Danach nicht vergessen, das Seildreieck wieder moeglichst dicht ueber den Reifen zu legen. Arm und Seil sollen ja bei gezogener Bremse einen 90 Grad-Winkel bilden. Anmerkung von me@grmbl.saar.de (Martin Emmerich) Das stimmt so nicht unbedingt. Das Seil und die Linie Seilansatz<-->Buchse sollen einen rechten Winkel bilden. 2. Die Bremskloetze so befestigen, das sie vorn anliegen und hinten ein Spalt von ca 1mm bleibt. Je groesser der Spalt umso geringer die Gefahr von quietschenden Bremsen, gleichzeitig laesst natuerlich aber auch die Bremswirkung nach, und die Bremse fuehlt sich "weich" an. Man muss also einen Kompromiss finden. 3. Man kann andere Bremskloetze probieren. Super sind zum Beispiel die von KOOL-STOP oder von Aztek. 4. Ausserdem neigt eine flache Felge wesentlich weniger zum Quietschen als eine mit hohen Flanken. 5. Die Kloetze duerfen nur auf der seitlichen Felge aufkommen. Ueberschuessige Gummizipfel, die unten mitschleifen, neigen zum Quietschen. Cantileverbremsen erlauben die Einstellung - des Winkels, mit dem die Bremskloetze an die Felge druecken - der Andruckkraft, damit die Kloetze gleichstark an die Felge druecken, und nicht schleifen - des Abstands der Kloetze von der Felge, damit sie gleichzeitig an der Felge ankommen Bei quietschenden Felgenbremsen kann man die Bremskloetze wie oben er- waehnt etwas anstellen. Man verbiegt die Bremsklotzaufnahme mit einem breiten durchgesteckten Schraubendreher. Wenn die Bremse dabei bricht, war sie eh schon Schrott. A3.2) Ruecktritt/Trommelbremsen von Martin Emmerich Beiden Typen ist gemeinsam, dass sie relativ leicht heisslaufen. Deshalb sollten sie mit einem anderen Typ kombiniert werden. Auf laengeren Abfahrten unbedingt der Bremse auch mal Zeit zum Abkuehlen lassen bzw. nicht zu lange damit bremsen. Die Ruecktrittbremse ist sehr unempfindlich gegen Naesse und Schmutz. Da auch der Bremszylinder gefettet ist (mit Spezialfett!!!), uebersteht sie auch schonmal ein kurzes Tauchbad (leider nicht das Getriebe bei der Dreigangnabe). Wird die Ruecktrittbremse extrem ueberhitzt, verdampft das Fett und die Bremse kann sich festfressen. Die Trommelbremse ist nicht so gut gekapselt. In normalen Situationen wird sie nicht nass. Wenn jedoch mal Naesse drin ist, ist das Bremsverhalten miserabel. Die Belaege nutzen sich langsam ab (im Gegensatz zur Ruecktrittbremse). Leider koennen sie von aussen nicht kontrolliert werden. Eine Trommelbremse sollte vorne nur mit einer Spezialgabel nachgeruestet werden, da die Kraefte eine normale Gabel verbiegen koennen. A3.3) Scheibenbremsen von Adrian S. Le Hanne Scheibenbremsen werden regulaer verkauft, und sind z.B. sinnvoll fuer MTB's (sehr gute Dosierbarkeit, weniger Temperaturprobleme bei langen Abfahren) und Tandems. SB's werden hauptsaechlich vorne eingesetzt, da hinten im Normalfalle eine normale (kraeftige) Bremse reicht, wie z.B. eine U-Brake. Hersteller fuer MTB Scheibenbremsen sind z.B. Mountain Cycle (einzeln mit Bullseye Nabe oder zusammen mit Suspenders Feder- gabel) und Hope Technology (einzelne Scheibenbremsen zum nachruesten fuer vorne/hinten). Einige MTB's (Haro, San Antonio) kommen mit Scheibenbrem- sen als Standardausfuehrung. Ein wesentlicher Vorteil gegenueber Trommel- bremsen ist die Auslagerung des Bremsmechanismus aus der Nabe selbst, so dass Naben mit z.B. Industrielagern verwendet werden koennen. Auch muss man bei einer kaputten Nabe nicht gleich die Bremse mit wegwerfen. A3.4) Hydraulikbremsen von Ulrich Pailer Die Anschaffungskosten sind zwar hoch (ca 100DM/Stueck), aber in der Wirkung sehr gut. Zu empfehlen fuer alle notorischen Schnellfahrer. Ausserdem sind die Bremsen sehr wartungsfreundlich, mit einem Imbus lassen sich die Bremskloetze sehr gut einstellen. ----------------------------------------------------------------------