Article: 6587 of de.rec.fahrrad Path: rztsun!Germany.EU.net!netmbx.de!zib-berlin.de!uni-paderborn.de!urmel.informatik.rwth-aachen.de!news.rhrz.uni-bonn.de!mpifr-bonn.mpg.de!specklec.mpifr-bonn.mpg.de!specklec.mpifr-bonn.mpg.de!not-for-mail From: spz@specklec.mpifr-bonn.mpg.de (S.P.Zeidler) Newsgroups: de.rec.fahrrad,de.answers,news.answers Subject: de.rec.fahrrad FAQ part 2 Summary: German language bicycle FAQ: Haeufig gestellte Fragen und Antworten zu Raedern und Radfahren. Technisches Teil 2 (A4-A8) Message-ID: Date: 11 Mar 94 12:23:50 GMT Expires: 24 Apr 1994 12:23:35 GMT References: Reply-To: spz@serpens.rhein.de Followup-To: de.rec.fahrrad Organization: MPIfR Bonn, Abteilung fuer optische Interferometrie Lines: 800 Approved: news-answers-request@MIT.Edu Supersedes: Xref: rztsun de.rec.fahrrad:6587 news.answers:2751 NNTP-Posting-Host: specklec.mpifr-bonn.mpg.de Version: 0.08 Last-modified: 1994/02/13 Archive-name: de-rec-fahrrad-faq/part2 A4) Verschiedene Fahrradtypen A4.1) Stadtraeder Eigenschaften: wendig, nicht zu schwer, haeufig Nabenschaltung mit 3/5/7 Gaengen, mehr oder weniger zum Fahrer gebogener Lenker fuer relativ aufrechtes Fahren (Uebersicht), robuste breite Felgen fuer die heissgeliebten Bordsteinkanten (und den Komfort), tragfaehiger Gepaecktraeger hinten fuer den gelegentlichen Kasten Wasser, je nach Sportlichkeit des Fahrers lieber ein Rad mit tiefem Einstieg (ie Damen- oder Mixedrahmen), um haeufiges Auf- und Absteigen zu erleichtern, je Kettenschutz, desto besser, dito Mantelschutz, wehrhafte Schloesser, Anhaengerkupplung und Anhaenger. spezielle Vertreter: echtes Hollandrad, City-Bike A4.2) Reiseraeder relativ langer Radstand, Gepaecktraeger vorne und hinten, speziell vorne auch low-rider (abgesenkte Gepaecktaschenbefestigungs- gelegenheiten :-), ca 21 wohlverteilte Gaenge (3 Kettenblaetter vorn und 7 Ritzel hinten), Cantileverbremsen, Randonneurlenker, eher schraeges Sitzrohr, robuster Rahmen (Stahl oder Chrom-Molybdaenstahl) Bereifung 23-622, 25-622, 28-622, 32-622, 37-622, je nach Zielgebiet. Gewicht je nach Rahmenhoehe um die 14-18kg. A4.3) Rennraeder leicht und sprintfreudig, feinstabgestufte 'schnelle' Gaenge, schmale 27" Reifen, fuer Rennen auf die Felge geklebte Schlauchreifen; Bereifung 18-622, 20-622, 23-622, vielleicht bis 25-622 ? extrem kurzer Hinterbau, keine: Schutzbleche, Gepaecktraeger, Werkzeugtasche, Reflektoren, Lichtanlage (unter 11kg tagsueber legal), oder sonstige Gewichtsfaktoren. Rahmen aus allem, was wenig wiegt und trotzdem stabil ist: CrMo-Stahl, Alu, Titan, Karbonverbundwerkstoffe (Platin wiegt zuviel ;-) Gewicht 8-10kg Folgende Informationen stammen von Thomas Driemeyer (thomas@bitrot.in-berlin.de): Schlauchreifen scheinen auszusterben. Zu viel Aufwand fuer Reparaturen, und es gibt inzwischen genug gute Hochdruckreifen. Ich rate dringend von 27" (und Auto-Ventilen, zumindest bei Rennraedern) ab. Fuer 700mm und Presta-Ventile (franzoesisch, zum Aufschrauben) kriegt man bessere Qualitaet und mehr Auswahl an Felgen und Maenteln. Ich bevorzuge Mavic MA2- oder (billige) Campa-Delta-Felgen und 700x20-Hochdruckmaentel von Continental. Finger weg von superleichten 65g-Schlaeuchen, die kriegen bei jedem Aufsetzen Schlangenbiss-Loecher (zwei parallele Schlitze). Kevlarstreifen verhindern Loecher durch Glas, Naegel und Dornen, aber sie muessen breit genug sein und nicht nur die Laufflaeche selber schuetzen. Ueberigens, Schlaeuche vor dem Einbau mit Talkum einreiben. (Das gilt alles fuer den Alltagsbetrieb, Rennfahrer haben andere Anforderungen.) Vielleicht sollte man auch erwaehnen, dass man bei Kettenschaltungen Freilaeufe unbedingt vermeiden sollte und nur Kassetten fahren sollte. "Freilaeufe" werden auf die Hinterradnabe aufgeschraubt, "Kassetten" werden aufgesteckt. Der Unterschied besteht in der Anordnung der Lager: Bei der Freilaufnabe ist das rechte Lager weit vom Ausfallende entfernt, d.h. in der Mitte der Achse treten grosse Kraefte auf, die die Achse verbiegen oder brechen koennen. Man kann mit einer verbogenen oder gebrochenen Achse ohne weiteres fahren, aber das haelt der Rahmen nicht lange durch. Der Rahmen bricht dann nach kurzer Zeit unten am rechten Ausfallende. Rennraduebersetzungen sind feiner abgestuft als Sportraduebersetzungen, damit man bei jeder Geschwindigkeit mit der optimalen Trittfrequenz fahren kann. Die optimale Trittfrequenz liegt zwischen 80 und 110 upm. Heute sind zwei Kettenblaetter vorne ueblich (42/52), ein Drittes hilft beim Klettern (ein steifer Rahmen hilft beim Klettern aber mehr als ein drittes Ketten- blatt). Hinten sollte man 7 Ritzel haben, die Achter sind empfindlicher, teurer, und brauchen Spezialketten. Fuenfer sind tot, Sechser sterben aus. Es gibt vier Pedaltypen: - normale Gummi- oder Stahlrahmenpedale. Nicht zu empfehlen, das ist was fuer Sportraeder. - das gleiche mit einem Clip; einem Buegel, der vorne ueber den Fuss fuehrt und dessen oberes Ende einen Riemen um den Fuss haelt. Plastikclips sind besser als Stahl, zwei obere Enden geben mehr halt beim Einsteigen als eins. Man kann mit diesen Clips die Pedale nicht nur heruntertreten, sondern auch hochziehen. - Pedale mit Clip, die hinten eine senkrechte Platte haben. Man kann sie nur mit Schuhen benutzen, die einen Schlitz in der Sohle haben. Der Schlitz erlaubt runderes Treten, weil man waehrend der ganzen Pedalumdrehung Kraft ausueben kann. - Rastende Pedale. Optimal fuer rundes Treten, weil man nicht versehentlich ausrasten kann (das kann schmerzhaft sein), ohne einen Riemen festziehen zu muessen. Man kommt auch leichter raus, durch Drehen des Fusses. Man muss sich allerdings dran gewoehnen. Es gibt zwei Typen: Shimano SPD (man kann mit SPD-Schuhen laufen), und diverse Time/Look-Versionen (man kann nicht laufen, aus der Schuhsohle ragt eine Platte heraus). A4.4) Liegeraeder Fragen von Thomas Breitbach (breitbac@informatik.uni-kl.de) Antworten (und die letzen 3 Punkte) von Christian Wolf (chris@wolfhh.hanse.de) A4.4.1) Taugt ein Liegerad als Alltagsrad, z.B. fuer Stadtfahrten? Kommt auf die Stadt drauf an. Wenn ich weiss, dass ich viel in der Stadt rumfahren will, nehme ich lieber ein anderes Rad. Fuer die Strasse ist ein Liegerad bestens geeignet. Fuer laengere Strecken sowieso. A4.4.2) Welche Geschwindigkeitsvorteile bringt ein Liegerad? Der Luftwiderstand ist geringer als bei anderen Raedern, also kann man etwas schneller Fahren. Fuer kurze Sprints ist eine Rennmachine aber besser geeignet. A4.4.3) Wie faehrt sich ein Liegerad auf bergigen Strecken? Eine geeignete Schaltung vorrausgesetzt: gut. A4.4.4) Welche Erfahrungen habt Ihr gemacht bezueglich Reparaturanfaelligkeit? Bisher keine Probleme (keine Reparatur). Das Rad ist jetzt ca. 1,5 Jahre alt. A4.4.5) Was meint Ihr zu halb- bzw. vollverkleideten Liegeraedern bezueglich Wetterschutz und Gewicht? Eine Teilverkleidung ist eine feine Sache. Der Luftwiderstand nimmt nochmal merklich ab. Wenn's mal regnet wird man nicht so nass (nur noch der Kopf). Das Gewicht ist in der Tat ein Problem. Nicht so sehr weil man mehr Kraft braucht (das gleicht man locker wieder aus), sondern wenn man mal eine dieser etwas schlechteren "Auffahrten" hochfaehrt. Da kann es schon mal passieren, das das Vorderad "durchschlaegt". A4.4.6) Anbieter von Liegeraedern? Ich habe ein Liegerad von Radius (Muenster). Es gibt das Dino ("normale" Bremsen, ungewinkelter Lenker, keine Federung) und das Peer Gynt (hydraulik Bremsen, Griffe stehen senkrecht zum Lenker, gefedertes Hinterrad). Beide Raeder haben einen (guten!) gefederten Sitz. Wenn man den richtigen Fahradhaendler erwischt kann man die Raeder auch "mischen" (Z.B. Lenker vom Peer Gynt am Dino). Radius macht auch Spezial- anfertigungen (z.B. fuer Behinderte etc.). A4.4.7) Gesundheit Liegeradfahren ist rueckenfreundlich !!! Liegeradfahren ist nicht rueckenfreundlich, wenn man jede Bodenwelle mit der Wirbelsaeule ausfedern muss. Ein guter Sitz ist unbedingt noetig, eine Federung SEHR sinnvoll! Fahrbare Camping-Stuehle sind nicht fuer lange Strecken geeignet. Wenn alles stimmt, kann man auch 300 km an einem Tag fahren, ohne Angst um seine Hintern/Ruecken/Handgelenke etc. haben zu muessen. A4.4.7) Sonstiges Liegeradfahren macht Spass und ist gemuetlich (schon mal mit dem Fahrrad an der Ampel gesessen ? :-) dazu noch Anmerkungen von Frerk Meyer: Vorteile: Entspanntes Sitzen: Der Radler kann freier atmen, der Koerper wird besser durchblutet Bedeutend groessere Sitzflaeche Geringere Fallhoehe. Und wenn es dann doch mal zu Boden geht, dann mit den Fuessen voran Wenn's mal knallt: Das Liegerad bietet eine groessere Knautschzone Keine Stuetzkraefte der Arme erforderlich. Mit Kraft und Konzentration widmet sich der Fahrer allein dem Bremsen und Schalten Geringerer Luftwiderstand Fuer Wind und Wetter: Bei verkleideten Liegern sitzt der Fahrer im Trockenen Nachteile Durch die tiefe Sitzposition besteht die Gefahr, vor allem von grossen Fahrzeugen wie Bussen und Lkws verdeckt zu werden Ein Lieger nimmt nicht jeden Berg: Bedingt durch das hoehere Gewicht, hat es der Radler an Steigungen manchmal schwer. Er kann nicht aus dem Sessel aufstehen, um sein Koerpergewicht gezielt auf die Pedale zu verlagern (Wiegeschritt) Vorsicht beim Blick zurueck: Es ist nicht eben einfach, sich aus dem Sitz umzudrehen Es gibt kurze und lange Liegeraeder. Bei den Langen befindet sich das Tretlager hinter dem Vorderrad, bei den Kurzen ist es umgekehrt. -Lange Liegeraeder Sie haben einen bedeutend groesseren Radstand als gewoehnliche Raeder. Es gibt sie mit direkter und indirekter Lenkung. Die direkte Lenkung erfolgt ueber einen chopperartigen Lenker zwischen den Beinen. Bei der indirekten Lenkung werden die Lenkausschlaege von einem Lenker unter dem Sitz durch eine Stange auf das Vorderrad uebertragen. Diese Lenkart ist etwas ungewohnt, aber bis jetzt hat sie noch jeder schnell gelernt. Ihr Vorteil ist die voellige Entlastung der Hand-, Arm- und Schultergelenke. Durch den tiefen Schwerpunkt und den langen Radstand haben alle langen Liegeraeder eine sichere Strassenlage, einen guten Geradeauslauf und ein hervorragendes Bremsverhalten. Allerdings ist der Wendekreis auch entsprechend groesser. Ihr hauptsaechlicher Einsatzzweck sind Touren auf Strassen. Hersteller/Vertrieb: Radius, Pichler, Voss, Mende, Radnabel -Kurze Liegeraeder Sie sind aufgrund des kurzen Radstandes und der hohen Lage der Fuesse sehr wendig und windschluepfrig, aber auch schwer zu fahren. Der Kopf befindet sich nur knapp ueber der Schwerpunktslinie, was unser Balancegefuehl beeintraechtigt. Anfahren ist deshalb nur in leichten Gaengen moeglich. Die Lenkung gibt es wie beim langen Bruder direkt oder indirekt. Durch eine moegliche Kollision von Lenker und Schalensitz oder den Beinen des Fahrers, ist der Lenkeinschlag allerdings begrenzt. Damit verbunden ist uebrigends auch der Kontakt der Ferse mit dem Vorderrad, wenn es in Kurven zur Sache geht. Hersteller/Vertrieb: Pichler (Flevobike), Flux (Flux), Veloladen (Aeroproject), Radius Christian Rakob (c.rakob@cl-hh.comlink.de) schreibt zum Liegeradfahren in der Stadt: Ich fahre seit ca 3 Jahren mit nem Peer Gynt durch Hamburg und habe noch nie Probleme mit " Uebersehen werden" gehabt. Sicher ist es etwas unhandlicher als ein "normales ?" Rad aber anderseits faehrt man auch etwas verhaltener (Buergersteige, die schon erwaehnten tollen Auffahrten usw.). Fuer mich war aber der hauptsaechliche Kaufgrund der, dass man das Rad mit relativ gutem Gewissen abstellen kann, da bis jetzt (toi,toi toi usw) noch keine "Nachfrage" nach Liegeraedern besteht und ein 16" Vorderrad konnte bis jetzt noch keiner gebrauchen. A4.5) Faltraeder Faltraeder sind als Handgepaeck in Flugzeugen und ICs erlaubt. Sie lassen sich in kurzer Zeit auf die Groesse eines 26" Rades oder weniger zusammenfalten. Typen: Brompton, Moulton A4.6) Lastenraeder Lastenraeder haben einen stabilen, verstaerkten Rahmen und eine, oder mehrere breite Lastenflaechen. Diese sind vorzugsweise vor dem Sitz angebracht, so dass sich immer im Blickfeld befinden. Manche Lastenraeder sehen wie die Postraeder aus, manche mehr wie lange Liegeraeder aufgrund ihrer indirekten Lenkung und der Lastflaeche zwischen Hinter- und Vorderrad. Typen: Baeckerrad, Long John, Little John Bezugsquellen: SCO Deutschland Smith&Co. Gmbh Ottensener Str. 2-4 2000 Hamburg 54 Telefon 040/5407244 Fax 040/5407739 A4.7) Mountainbikes Von Frank Heydlauf, Unter einem Mountainbike, kurz MTB versteht man ein (mehr oder weniger) gelaendegaengiges Fahrrad mit breiten 26" (559mm) Raedern. Reifen meist mit grobem Profil, Breite von 1,7" bis ca. 2.2". Lenker gerade, evtl. mit Hoernchen. Starke Bremsen und viele Gaenge. Gewicht von 9 bis 25 kg. Mit 28" Raedern werden solche Fahrraeder ueblicherweise als All Terrain Bike (kurz ATB) bezeichnet. A4.7.1) Fuer welchen Zweck brauche ich ein MTB? a) Wettbewerbseinsatz bei MTB-Rennen b) Training fuer a) c) Touren in Extremgelaende (Afrika, Alaska, Alpen, ...). Alternative: Tourenrad d) als Stadtrad (bei geeigneter Ausstattung gibt's nichts besseres, um Bordsteine rauf und runter zu donnern; gute Bremsen fuer Notbremsung; gute Uebersetzung zum Anhaenger ziehen) e) Just for fun (kleine Touren, leichtes Gelaende, ...). Alternative: ATB f) Konditionstraining: auch mit 3-Gang Rad, Hollandrad oder Rennrad problemlos moeglich - macht aber weniger Spass (Ansichtssache) g) Prestigeobjekt zum angeben: dazu einige wichtige Verhaltensregeln: sau teures Bike (Nobelmarke, z.B. Porsche Bike Spider fuer ca. 13000DM) kaufen, Papageienanzug anziehen, Porsche-Brille aufsetzen, nie schneller als Schrittempo fahren, nie schneller als mit 50 U/min in die Pedale treten, lieber absteigen als schwitzen, keine Wirtschaft am Weg auslassen, beim Fahren ab und zu eine rauchen, ... ;-) A4.7.2) Was kostet ein MTB? Preisklasse: 300 ....1000.....1500.....2000.....2500.....3000......12000..? max. moegl.: Schrott ertraeglich gut sehrgut Einsatz: <-----Stadtverkehr-----> <--- Protzerei --- <---Tour Extrem---> <---Training--><-Wettbewerb--- Ab ca. 3000.- ist keine wesentliche Qualitaetssteigerung mehr moeglich. Alles was mehr kostet ist Prestige oder extremer Leichtbau (Carbon, Titanal, Titan) A4.7.3) Warum sind die Preisunterschiede zwischen verschiedenen MTB's so gross? Es gibt sehr grosse Qualitaetsunterschiede in Komponenten und Fertigung, dazu kommen teilweise exclusive Materialien wie Titanal (Alu-Legierung mit einer Spur Titan), Titan und Carbon-Faser-Kunststoff. Fuer einen guten Namen muss man auch bei Fahrraedern einiges zahlen. A4.7.4) Ist es sinnvoll fuer mich, ein MTB zu kaufen, wenn ich vor allem in der Stadt fahre? Es gibt kaum ein Fahrrad, das fuer die Stadt besser geeignet ist als ein entsprechend ausgeruestetes MTB. Das heisst: Lichtanlage mit Halogenscheinwerfer und Standlicht, Reflektoren, Schutzbleche, u.U. Rueckspiegel. Durch die breiten Reifen kann man relativ problemlos ueber Schlagloecher, Dohlen, Bordsteine u.ae. fahren. Zudem kann man den Gepaecktraeger ordentlich belasten, ohne dass es zu einem Durchschlag kommt. Fuer Notbremsungen stehen gute Bremsen zur Verfuegung. Die grosse Uebersetzung sorgt dafuer, dass sich auch schwere Anhaenger gut bewegen lassen. A4.7.5) Auf was muss ich beim Kauf besonders achten? *Rahmenmaterial* Sinnvoll ist v.a. Cro-Mo (relativ leicht und stabil). Beim Kauf darauf achten, dass nicht nur ein oder zwei Rohre aus Cro-Mo bestehen, sondern der ganze Rahmen. Alu-Legierungen sind mit Vorsicht zu geniessen, billige Legierungen werden beim Fahren schnell weichgeknetet. Gute Alu-Rahmen sind meist erst an Raedern in der Preisklasse ab 2000.- zu finden. Oft sind Alu-Rahmen "Oversized" (mit besonders dicken Rohren). Dann kann es vorkommen, dass es gleich schwer ist, wie ein gutes Cro-Mo Rad. *Ausfallenden* (Das sind die geschlitzten Teile am Rahmen, in denen die Achsen sitzen) Auf eingeloetete, breite Ausfallenden achten. Rahmen, bei denen die Ausfallenden nur aus gequetschten Rohren bestehen sind minderwertig und meist nicht haltbar. *Gewicht* Es gibt MTB's ab ca. 9kg (ohne Irgendwas) die aber, was man so liest, nicht allzu stabil sind -> nicht fuer Spruenge oder Trans - Afrika Touren geeignet. Vernuenftige "Rohgewichte" fuer den Alltagsradler liegen etwa bei 12-14 kg. *Laufraeder* Die Naben sollten (zumindest fuer Gelaendebetrieb und Allwetterbetrieb) wasserdicht gekapselt sein. Hohlkammerfelgen sind stabiler als Profilflegen; Hochwertige Felgen haben meist Oesen an den Speichenloechern. *Schalthebel* Bei vielen neuen Schaltungen sind die Schalthebel mit den Bremshebeln in einer Einheit zusammengefasst und nennt sich dann "Rapidfire" oder "X-Tress". Diese Brems-/Schalthebel Kombinationen haben den Nachteil dass, wenn z.B. der Bremshebel bricht (Sturz), die ganze Einheit ausgewechselt werden muss. Da es Brems- und Schalthebel nur Paarweise gibt, sind da locker 200.- faellig (Shimano Deore XT). Zum Vergleich: Ein Paar Daumenschalthebel (Shimano Deore XT) sind fuer ca. 85.- erhaeltlich, ein Paar einzelne Bremshebel (Shimano Deore XT) fuer ca. 65 DM. Zudem haben Daumenschalthebel einige andere Vorteile: Sie sind auch mit Handschuhen gut bedienbar, die Rasterung ist abschaltbar (wichtig bei Defekt) und es lassen sich auf einen Schlag alle Gaenge ueberspringen. Ausser Daumenschalthebeln und Rapidfire/X-Press Systemen gibt es noch Drehgriffschaltungen,bei denen der Gang durch Drehen des Handgriffs gewechselt wird. Es schalte jeder wie er mag. Bessere Schalthebel haben eine Justierschraube, mit der sich die Schaltung auch waehrend des Fahrens zu trimmen laesst (besonders bei Rapidfire & Co wichtig, da nicht auf Reibbetrieb umschaltbar). *Bremsen* Bremshebel gibt es als 2- und 4-Finger Ausfuehrung. Hebel aus Alu sind haltbarer, leichter und verwindungssteifer als Plastik ummantelte Stahlbleche. Bei den Bremsen selbst gibt es unterschiedliche Bauarten: Cantilever-Bremsen, U-Brake, Hydraulisch betaetigte Felgenbremse (Magura), Trommel-Bremse, Scheiben-Bremsen. Am haufigsten wird die Cantilever-Bremse eingesetzt. Darauf achten, dass die Bremse nicht aus einem Plastikummantelten Eisenblech, sondern aus Alu (oder Titan,...) besteht. *Antrieb* Moderne MTB's haben maximal 24, ueblicherweise aber 21 Gaenge von denen ca. 15 fahrbar sind. 15 und 18 Gaenge sind nur noch an billigen Kaufhaus-MTB's zu finden. Von verschiedenen Herstellern gibt es Schaltungsgruppen mit extra kleinen Kettenblaettern und Ritzeln (Suntour, Campagnolo). Vorteile: leichter, groessere Bodenfreiheit. Nachteile: schnellere Abnutzung, schlechtere Abstufung der Gaenge. Das mittlere Kettenblatt des Campagnolo-Antriebs ist aus Stahl -> laengere Lebensdauer. Wie alle Lager sollten die Tretlager Wasserdicht gekapselt sein. *Uebersetzung* Fuer grosse Steigungen sind Uebersetzungsverhaeltnisse von ca. 28:32 (0,87) oder 28:30 (0.93) durchaus sinnvoll. Ein Verhaeltnis von 30:28 (1,07) kann schon zu gross sein. Eine Uebliche Kombination ist z.B. vorne 28-38-48 und hinten 13 bis 30. A4.7.6) Gibt es einen speziellen Reifen, wenn ich in (Stadt/Gelaende/Stadt+Gelaende) fahre? Die extra grobstolligen Reifen sind nur fuer echten Gelaendebetrieb sinnvoll. Im Alltagsbetrieb ist der Rollwiderstand zu gross. Fuer normalen "Mischbetrieb" Strasse-Gelaende sind Reifen mit einem durchgehenden Mittelsteg und seitlich starker Profilierung sinnvoll (z.B. Wolber Integral oder Specialized Crossroads II). Fuer Fahrten auf Strassen, Feld- und Waldwegen ist z.B. der Continental Town + Country gut geeignet. Fuer vorwiegend Strasse und leichtes Gelaende sind aber auch Semisliks (nur am Rand Profil) gut geeignet. Weiter sind Sliks (profillos, gut bei trockener Strasse), und Spikesreifen erhaeltlich. A4.7.7) Welches Zubehoer ist sinnvoll? Als wichtigstes Zubehoer werden oft Lenkerhoernchen genannt (mehr Griffpositionen). Unerlaesslich (fuer laengere Fahrten) sind dagegen Flaschenhalter. Weiterhin sind Pedalhaken oder Systempedale sinnvoll, da Kraftausnutzung und Kontrolle ueber das Rad verbessert werden. Wer wissen will, wie weit oder wie schnell er faehrt, sollte sich einen elektronischen Tacho kaufen. Die Preise liegen zwischen ca. 40.- (Tages km, Jahres km, Geschwindigkeit) und ueber 200.- (mit Drahtloser Herzfrequenz-Messung, Hoehenmesser, ...). Tourenfahrer benoetigen Gepaecktraeger und Low-Rider. Sie bevorzugen oft Ledersaettel, die jedoch ca. 1000km eingefahren werden muessen und zudem gerne geklaut werden. Gel-Saettel sind auch bequem, aber billiger. Superleichte Kohlefaser Saettel halte ich nicht fuer sinnvoll, da unbequem hart. Wer sein Rad abstellt (zum Einkaufen/am Bahnhof/...) sollte ein gutes Schloss kaufen. Je nach Einsatzzweck sind Schutzbleche, Licht, Glocke, Anhaenger, Gepaecktraeger, ... noetig. Als Dynamo empfehlen sich besonders Nabendynamo oder Speichendynamo (z.B. FER 2001), da diese nicht im Schmutzbereich liegen, leicht laufen und nicht durchdrehen. Zubehoer anderer Art: Radfahrhandschuhe (innen gepolstert), Radhose (mit Sitzpolster), Sport-Brille (gegen traenende Augen, Fliegen, ... ), Helm. Fuer Leute, die Geld uebrig haben gibt es nahezu unendliche Tuning- Moeglichkeiten (von der Titan Sattelklemmschraube ueber Speziallager und Federgabeln bis hin zu Kalbsledernen Griffen). ---------------------------------------------------------------------- A5) Reparaturstaender Bullseye, DM 291 DM Park, 200 DM Kettler, 130 DM Minoura, ca. 135 DM bei CICLI 2 ausklappbare Buegel an der Garagen/Kellerwand, ca. DM 40 2 Haken in der Decke, Kabel/Seil/Kette und gepolsterte Haken ---------------------------------------------------------------------- A6) Fahrradanhaenger Bike-Hod, beziehbar von "Bau Dir Dein Rad", 180 DM Kuli, Doppel-Rad, Fahrradfabrik Mainz-Kastel, 250 DM Hersteller: Kettler Name: ??? Aufbau: Metallrahmen, Box aus Alu mit Deckel (wasserfest, aber leider nicht abschliessbar), laut Augenmass knapp zu klein fuer 2 Kisten Bier (Wasser/Saft/Cola ginge ;-) kann als Handwagen doublen Preis: DM 350 Hersteller: VSF-Fahrrad-Manufaktur (Bremen, ?) Name: kleine Flunder Aufbau: Alurahmen, herausnehmbare Plastikkiste, zwei Kisten sind uebereinander stapelbar, Raeder/Maentel/Felgen/Schnellverschlussnaben hoher Qualitaet, gedaempfte Kugelgelenkkupplung am linken hinteren Fahrradstaender in Achsnaehe -> laesst Gepaecktraeger oben und seitlich frei. Zuladung: 40 kg, 50 Liter/Kiste, 1-2 Kisten Radgroesse: 47-406 Gesamtbreite: 64 cm Laenge ab Hinterrad Zugfahrrad: 69 cm Laenge der Ladeflaeche: 64 cm empf. Preis: 510 DM Hersteller: VSF-Fahrrad-Manufaktur (Bremen, ?) Name: grosse Flunder Aufbau: 2 herausnehmbare Plastikkisten, je zwei Kisten sind uebereinander stapelbar, Rest siehe 'kleine Flunder'. Zuladung: 60 kg, 50 Liter/Kiste, 1-4 Kisten Radgroesse: 32-622 Gesamtbreite: 82 cm Laenge ab Hinterrad Zugfahrrad: 96 cm Laenge der Ladeflaeche: 92,5 cm empf. Preis: 670 DM Hersteller: Winther (Daenemark) Importeur: Utopia Saarbruecken Name: Donkey Preis: ~400 DM incl. Kupplung und Abdeckplane aus Nylon 34 DM fuer eine zusaetzliche Kupplung. Gewicht: 9 kg, Kupplung 1,2 kg. Zuladung: 50 kg (das ist aber auch die Obergrenze) Aussenmasse: 61 cm breit, 1m lang Innenmasse: 60cmx39cmx39cm Farben: Rohre und Schutzbleche schwarz, Schale grau, Plane rot. Angeblich gibt es aber auch noch andere Farben. Beschreibung des Donkey Die Kupplung unterscheidet sich erheblich von anderen Konstruktionen; sie besteht im Prinzip aus einem simplen Karabinerhaken am Rad und einer drehbaren Oese im Handgriff des wie eine Kreuzung aus zwei- raedrigem Einkaufswagen und klappbarem Kinderwagen (Buggy) gebauten Donkey. Er besteht im wesentlichen aus einer Kunststoffschale im Rohrrahmen, an dem oben der Hand/Zuggriff und seitlich die 14"-Raeder (von einem Kinderrad) befestigt sind. Als drittes Rad befindet sich unter der Kunststoffschale hinten eine drehbare Rolle (wie unter manchen Polstersesseln), so das man den Anhaenger auch in abgekoppelten und aufgesetzten Zustand drehen und schieben kann. Aufgrund der Kupplungskonstruktion ist der Haenger nicht fuer laengere Touren oder hoehere Geschwindigkeiten geeignet. Aber als Einkaufs- wagen, der neben der Getraenkekiste auch noch ein- oder zwei Taschen Einkaeufe fasst, den man direkt im Supermarkt vollpacken und dann ans Rad anhaengen kann, dafuer ist er ideal. Hochgestellt belegt er naemlich nur eine quadratische Grundflaeche 61 cm Seitenlaenge, und passt so ueberal Eisengitter etwas zu niedrig fuer einen Wasserkasten. Es ist ein Kompromiss - das Aussenmass (Hutmutter zu Hutmutter) ist so schon etwas breiter als ein Supermarkt-Einkaufswagen, so dass man den Donkey kaum viel breiter machen kann. Praktisch bedeutet das lediglich, dass man den Kasten laengs und nicht quer in den Hanger stellen muss und dann die Abdeckplane nicht mehr aufziehen kann. ---------------------------------------------------------------------- A7) Das richtig angepasste Rad A7.1) Rahmenhoehe von Hans Crauel (crauel@vieta.math.uni-sb.de): Die individuell benoetigte Rahmenhoehe ermittelt man durch eine Messung der Innenbeinlaenge, von der Fussohle bis zur "Sitzflaeche", da ist so ein Knochen; richtig andruecken. Von der gemessenen Laenge zieht man 25 cm ab, und erhaelt die "richtige" Rahmenhoehe. Natuerlich muss es nicht auf den cm genau sein. In der Regel kriegt man bei Standard-Rahmen sowieso nur Rahmenhoehen in zwei-, drei- oder sogar vier-cm Spruengen (z.B. 50-53-57-60-63). Kleinere Rahmen sind sta- biler als groessere, aber weit herausragende Sattelstangen sind instabiler als tief in den Rahmen geschobene. Dazu kommt, dass unterschiedliche Fahrradtypen unterschiedliche Tretlager- hoehen (ueber dem Boden) haben. "Trekking-Raeder" haben 290 mm (wg Bodenfreiheit), Rennraeder 270 mm (Luftwiderstand ist kleiner und Schwerpunkt ist tiefer). Man sollte die Rahmen- hoehe so aussuchen, dass man jedenfalls mit beiden Fuessen sicher auf den Boden kommt, wenn man ueber dem Rad steht. von Frerk Meyer: TABELLE DER RAHMENHOEHEN (aus Abfahren 1/91, der VSF Kundenzeitung) Messe deine Innenbeinlaenge (IBL) = Hoehe des Schritts ueber dem Boden Dann ergeben sich fuer die Oberrohrhoehe (OH) und Rahmenhoehe (RH) die folgenden Werte: +------------+------------+------------+--------------------+ | Tourenrad | Rennrad | Trekking | Mountain Bike | +----+----+-------+----+-------+----+-------+----+-------+-------+ | IBL| OH | RH | OH | RH | OH | RH | OH | RH | Zoll | +----+----+-------+----+-------+----+-------+----+-------+-------+ | 70 | 67 | 44-48 | 67 | 45-48 | 66 | 42 | 62 | 36-40 | 14 | | 72 | 69 | 46-50 | 69 | 46-50 | 68 | 42-43 | 64 | 37-41 | 15-16 | | 74 | 71 | 48-52 | 70 | 47-51 | 70 | 44-47 | 66 | 38-43 | 15-17 | | 76 | 73 | 50-53 | 72 | 48-52 | 72 | 46-50 | 68 | 40-46 | 16-18 | | 78 | 75 | 52-55 | 74 | 50-54 | 74 | 47-51 | 70 | 42-48 | 17-19 | | 80 | 77 | 53-56 | 76 | 51-55 | 75 | 48-52 | 72 | 44-50 | 17-19 | | 82 | 79 | 54-57 | 78 | 53-57 | 77 | 49-53 | 74 | 46-51 | 18-20 | | 84 | 81 | 56-60 | 80 | 55-59 | 79 | 51-55 | 76 | 48-53 | 18-20 | | 86 | 83 | 57-61 | 82 | 56-60 | 81 | 53-57 | 78 | 49-54 | 19-21 | | 88 | 85 | 59-63 | 84 | 57-61 | 83 | 55-60 | 80 | 50-56 | 20-22 | | 90 | 87 | 60-64 | 86 | 58-62 | 85 | 56-62 | 82 | 51-57 | 20-22 | | 92 | 89 | 61-65 | 87 | 59-63 | 87 | 57-63 | 84 | 52-58 | 20-23 | | 94 | 90 | 62-66 | 89 | 60-64 | 89 | 58-64 | 85 | 53-59 | 21-23 | | 96 | 92 | 63-67 | 91 | 61-65 | 91 | 60-66 | 86 | 54-60 | 22-24 | | 98 | 94 | 65-70 | 92 | 62-66 | 92 | 62-68 | 88 | 56-62 | 22-24 | | 100| 96 | 67-73 | 93 | 63-67 | 93 | 63-68 | 90 | 56-64 | 22-24 | +----+----+-------+----+-------+----+-------+----+-------+-------+ A7.2) Einstellung des Sattels von Werner Icking 1. Sattelhoehe einstellen: ein Pedal nach unten; zugehoerigen Fusz mit der Ferse auf dieses Pedal stellen; dann sollte der andere Fusz mit der Fuszspitze gerade noch so auf den Boden kommen, dasz die Kombi- nation Rad+Fahrer sicher stehen kann (auch wenn's z.B. ein wenig abschuessig ist -- also Haende an den Lenker!) 2. Sattel horizontal einstellen (Wichtig fuer Knieprobleme!): Rad fest- halten, Fahrer sitzt richtig im Sattel (ein wenig Einruetteln :-). Pedale in Viertelvordrei-Stellung (waagerecht). Bei dem Bein, das jetzt vorn ist, soll ein Lot von direkt unterhalb der Kniescheibe auf die Pedalachse zeigen (oder ein wenig davor). Wie beim Treten soll natuerlich der Fusz mit dem Fuszballen (und nicht etwa mittig oder gar mit der Ferse) auf dem Pedal stehen; das macht beim Messen nur wenig, beim Fahren aber viel aus. Zur horizontalen Sattelverstellung musz man evtl. den Sattelkloben um 180 Grad verdrehen, um noch etwas mehr Spielraum zu bekommen. Rundung nach vorn statt nach hinten ... oder umgekehrt. 3. Sattelneigung: keine Vorgabe; individuell ausprobieren. Erst danach kann der Lenker so eingestellt werden, dasz er paszt. In der Regel 1-2 cm tiefer als der Sattel; wenn der horizontale Abstand nicht stimmt, musz der Vorbau ausgetauscht werden oder gar das ganze unpassende Rad. Und ganz wesentlich zur Vermeidung von Knieproblemen ist, das Fahrrad NICHT zu treten, sondern zu kurbeln; selbst ohne Haken o.ae. kann man das jeweils obere Pedal schon leicht von hinten nach vorn schieben und das jeweils untere Pedal ebenso von vorn nach hinten. Man musz dann nur noch darauf achten, trotz dieser Technik nicht schneller als gewoehnlich zu fahren, um sich nicht zu stark zu belasten. Normalerweise wird man automatisch schneller, wenn man kurbelt statt zu treten; und auch schon dann, wenn nur der Sattel richtig eingestellt ist. Also: aufpassen! Alle diese Regeln gelten eher fuer Alltagsradler und -raeder als fuer Rennradfahrer. ---------------------------------------------------------------------- A8) Verschiedenes A8.1) Ventiladapter Gibt es im Zubehoerhandel fuer ca. 1 DM in verschiedenen Kombinationen. z.B. gibt es Adapter, mit denen man sein Rad an der Tankstelle aufpumpen kann, wobei man allerdings aufpassen muss, dass man den Schlauch nicht bis zum Platzen aufpumpt. In Verbindung mit franzoesischen Ventilen und einem kurzen Adapter, der es zulaesst, das der Ventilstift beim Aufpumpen nach unten gedrueckt wird, funktioniert dieses Verfahren sehr gut. Es gibt auch Ausfuehrungen fuer den Schluesselbund. A8.2) Kardanantrieb Es gibt von den Firmen PATRIA und FLEVOBIKE Raeder mit Kardanantrieb der Firma Fendt, beide mit 5-Gang-Schaltung. A8.3) Geschwindigkeitrekord HPV = "Human Powered Vehicles" nach GEO-Wissen "Verkehr und Mobilitaet": Den HPV-Weltrekord haelt seit 1986 "Gold Rush": Der Fahrer Fred Markham - "Fast Freddy" - erreichte mit dem schlanken Gefaehrt nach gut 3 Kilometern Anlauf auf einer 200 Metern 105,4 km/h! Mit verkleideten Liegeraedern schafft ein durchtrainierter Fahrer in einer Stunde eine Strecke von 58km, also eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 58km/h! A8.4) Entfaltung von Werner Icking Mathematik fuer Fahrradfahrer -- Die 5-Gang-Nabe. Unsere erste Feststellung ist, dass Fahrraeder unterschiedliche Rad- groessen haben. Hat man die Kinder- und Jugendraeder einmal hinter sich gelassen, hat das Fahrrad in der Regel 28-er Raeder; das hat irgendetwas mit Zoll (25.4 mm) zu tun; aber was genau, wissen eventuell noch einige Experten. Also versuchen wir es mal mit messen: den Umfang zu messen, ist etwas schwierig; das Massband aus dem Naehkaestchen ist zu kurz, der Zollstock zu gerade, aber jetzt hilft uns die Mathematik, die festgestellt hat, dass der Umfang eines Kreises zum Durchmesser des Kreises im Verhaeltnis p steht: Durchmesser x pi = Umfang Die Zahl pi hat einen Wert, der mit 3,1415 beginnt, was fuer unsere Berechnungen mehr als ausreicht. Stellen wir also fest, dass das Vorderrad einen Durchmesser von 68,5 cm hat, koennen wir den Umfang zu 215,19 cm berechnen. Eine Radumdrehung bringt uns also 2,15 m vorwaerts. Das Verhaeltnis "Zaehne des Kettenblatts" zu "Zaehne des Ritzels" ist nun der Faktor, der aus dem Umfang des Rades die Entfaltung macht, also die Strecke, die das Fahrrad bei einer Umdrehung des Kettenblatts zuruecklegt. Im konkreten Fall nehmen wir an, dass das Kettenblatt 44 Zaehne und das Ritzel 19 Zaehne hat; dann ergibt sich eine Entfaltung von 44 : 19 x 2,15 m = 4,98 m. Mit einer Kurbelumdrehung haben wir das Wohnzimmer durchquert, sind 4,98 m vorwaerts gekommen. Radfahrprofis nennen dies Entfaltung. Radfahrprofis wissen jetzt schon alles, was sie brauchen, denn diese Entfaltung bestimmt ihr Radfahrerleben. Laien wollen meistens aber wissen, wie schnell ist denn das. Aber das haengt nun mal davon ab, wie schnell man tritt. Nehmen wir nun an, dass wir flott ueber Land fahren vielleicht mit ein wenig Rueckenwind, so koennen wir uns vorstellen, dass wir jede Sekunde einmal rund treten; 60 mal in der Minute, 3600 mal in der Stunde. Einundzwanzig, zweiundzwanzig, dreiundzwanzig, ... oder missisipi, missisipi, missisipi, ... ist der Takt, mit dem wir treten - pardon kurbeln! Jede Umdrehung bringt uns 4,98 m vorwaerts, 3600 also 17940 m; das sind veritable 17,94 km. Jetzt wissen wir es also. Treten im Sekundentakt bringt uns auf eine Geschwindigkeit von etwa 18 Kilometer pro Stunde (km/h), leichtfertig gesagt 18 Stundenkilometer. Bauen wir jetzt eine Gangschaltung ein und nehmen wir mal eine Nabenschaltung mit fuenf Gaengen. Bei einer solchen Schaltung ist der dritte Gang normalerweise der direkte Gang, also der, fuer den unsere obige Rechnung gilt. Dann gibt es noch zwei schnellere Gaenge und zwei leichtere, die jeweils im Verhaeltnis von 1:1,28 und 1:1,17 ueber- oder untersetzt sind. Im vierten Gang steigt unsere Geschwindigkeit dann auf 22,96 km/h, im fuenften auf 26,86 km/h, wenn wir es schaffen, im Sekundentakt weiterzutreten. Weht uns der Wind entgegen, waehlen wir den zweiten Gang und erreichen 14,01 km/h. Steigt es noch zusaetzlich an, erreichen wir im ersten Gang noch 11,98 km/h. Eine Umdrehung pro Sekunde, 60 pro Minute ist nun die Trittfrequenz, die man auch als Alltagsradler nicht unterschreiten sollte. Kann man das nicht halten, sollte man den naechstleichteren Gang nehmen. Schneller darf es schon sein und bis zu 90 Umdrehungen pro Minute geht es auch ohne Pedalhaken noch ganz gut. Bei 120 Umdrehungen pro Minute fliegen einem aber ohne Haken schon die Fuesse von den Pedalen. Manchmal geht es aber auch so steil bergauf, dass man bei einer 5-Gang Nabenschaltung selbst im ersten Gang die 60 Umdrehungen pro Minute nicht mehr halten kann. Dann stellt man fest, dass es mit Muehen und Wackeln auch noch bis 40 Umdrehungen pro Minute geht. Packt man dies alles nun in eine Tabelle, erhaelt man fuer eine 5-Gang-Nabenschaltung an einem 28-er Rad mit einem Kettenblatt mit 44 Zaehnen und einem Ritzel mit 19 Zaehnen also folgende Geschwindigkeitentabelle in km/h: Trittfrequenz 40 60 90 120 1. Gang 8,0 12,0 18,0 24,0 2. Gang 9,3 14,0 21,0 28,0 3. Gang 12,0 17,9 26,9 35,9 4. Gang 15,3 23,0 34,4 45,9 5. Gang 17,9 26,9 40,3 53,7 Werfen wir noch zwei Blicke in die Tabelle. Zum einen sieht man, dass bei einer Trittfrequenz zwischen 60 und 90 mit etlichen Ueberdeckungen ein Geschwindigkeitsbereich von 12 bis 40 km/h abgedeckt wird. Fuer einen Alltagsradler erscheint mir das gut ausreichend. Nimmt man noch die Extrema von 40 und 120 Umdrehungen hinzu, sieht man, dass eine Steigung, die etwas mehr als flottes Fussgaengertempo erlaubt, noch genommen werden kann, und dass die anschliessende Abfahrt mit Rueckenwind den Fahrer in Geschwindigkeitsbereiche bringt, die zu erreichen man sich als Alltagsradler zunaechst mal gar nicht vorstellt. Die obige Tabelle gilt auch, wenn das Kettenblatt Ihres Fahrrads 46 Zaehne und das Ritzel 20 Zaehne hat, da sich 44 : 19 und 46 : 20 kaum unterscheiden. Fuer etwas bergigere Gegenden oder fuer Fahrradfahrer, die lieber etwas leichter fahren, gilt die folgende Tabelle, die den Fall beschreibt, dass das Kettenblatt 44 oder 46 Zaehne und das Ritzel 22 respektive 23 Zaehne hat: Trittfrequenz 40 60 90 120 1. Gang 6,9 10,3 15,5 20,7 2. Gang 8,1 12,1 18,2 24,2 3. Gang 10,3 15,5 23,2 31,0 4. Gang 13,2 19,8 29,7 39,7 5. Gang 15,5 23,2 34,8 46,4 A8.5) Fahrradcomputer Fahrradcomputer scheint es ganze Mengen zu geben, mit sehr unterschiedlichen Features. Hier werden nur bekannte Probleme erwaehnt; wenn ein Fahrradcomputer nicht erwaehnt wird, heisst das noch lange nicht, dass er keine Probleme macht :-7 Noch heisst eine Erwaehnung hier, dass das Teil immer und ueberall problematisch ist; ein und dasselbe Geraet kann so ziemlich alles von Begeisterung bis Hass erzeugen (zB Sigma BCx00). Comus Alpha: von sontag@mathematik.tu-chemnitz.de (Ralph Sontag) fuer die goldene Zitrone nominiert Sigma BC300: das Display mag keine Hitze, der 301 soll (kann ? mag ?) besser sein. Sigma BC800: oefters mal Kontakte saeubern, sonst ok. Der Trittfrequenz- zaehler dazu hatte Klebeprobleme (nicht lang gehalten). Cyclomaster IIa: Anschluss per Steckerchen leicht fummelig und abrissgefaehrdet, sonst aber ok. Cyclomaster: Befestigungs- und Kontaktprellprobleme. A8.6) Reifeneinlagen Pannen-Fuchs: zu Anfang gut gegen alle Widrigkeiten, spaeter laengs reissend da zu hart, und dann selbst fuer den Schlauch gefaehrlich. Bei schmalen Reifen eher fummlig zu installieren. Wolber: zu weich als dass sie gegen Scherben/Reisszwecken helfen taeten, aber gut gegen Granulat. Kommt mit Plastikkleber zum einfacheren installieren. Mr.Tuffy: Kevlarstreifen. Der Mantel gibt iA eher auf. Im Allgemeinen duerfte es sinnvoller sein, gleich eine Decke mit Kevlarschutz (zB Panaracer Tourguard, Hutchinson) aufzuziehen. Laut Murphy schafft es immer irgendwann ein Dorn irgendwo durch, aber die Frequenz wird doch deutlich besser. A8.7) Tretlager FAG Lagerpatrone, ca 30DM Shimano UN51/71, ca. DM 50 noblere Teile: edco und Mavic (ca 150DM) Bei einer Lebenserwartung von 8000km und mehr schon fuer die FAG stellt sich die Frage nicht gar _zu_ haeufig.